Feingussteile im Wachsausschmelzverfahren
Massgenaue Gussteile von 0,1 bis 120 kg – enge Toleranzen und glatte Oberflächen ohne Nachbearbeitung.
Beim Feinguss wird ein Wachsmodell mehrfach in Keramikschlicker getaucht, bis eine tragfähige Schale entsteht. Das Wachs wird ausgeschmolzen, die Schale gebrannt und mit flüssigem Metall gefüllt. Weil die Form nahtlos ist und keine Teilungsebene besitzt, erreicht Feinguss Toleranzen und Oberflächen, die andere Giessverfahren nicht schaffen – häufig ohne jede spanende Nachbearbeitung.
Wir liefern Feingussteile von 0,1 bis 120 kg Stückgewicht in Edelstahl, Kohlenstoffstahl und Sonderlegierungen. Das Verfahren lohnt sich besonders bei komplexen Geometrien in mittleren bis hohen Stückzahlen: dünne Wände ab 3 mm, innenliegende Kanäle, angegossene Funktionsflächen. Werkzeugkosten fallen für die Wachsspritzform an und amortisieren sich in der Regel über die eingesparte Zerspanung.
Technische Daten
| Stückgewicht | 0,1 – 120 kg |
|---|---|
| Wanddicke | ab 3 mm |
| Masstoleranzen | CT5 – CT7 nach ISO 8062 |
| Oberflächenrauheit | Ra 3,2 – 6,3 µm |
| Verfahren | Wachsausschmelzverfahren (Schalenguss) |
| Werkzeug | Wachsspritzform, Eigentum des Kunden |
| Prüfung | Röntgen, PT, Spektralanalyse, Massprotokoll |
Die Angaben sind typische Fertigungsbereiche unseres Lieferantennetzwerks. Grössere Abmessungen und Sonderwerkstoffe auf Anfrage – senden Sie uns Ihre Zeichnung.
Werkstoffe
- 1.4408 / CF8M
- 1.4308 / CF8
- 1.4581
- GS-52 / Kohlenstoffstahl
- Duplex 1.4470
- Nickelbasislegierungen auf Anfrage
Fertigung und Qualitätssicherung
- Wachsspritzform nach Ihrer 3D-Geometrie, inklusive Schwindmassauslegung für den Zielwerkstoff.
- Aufbau der Keramikschale in mehreren Tauch- und Besandungsschritten mit kontrollierter Trocknung.
- Abguss in die vorgewärmte Schale – dadurch bessere Formfüllung bei dünnen Wänden.
- Erstmusterprüfung mit vollständigem Massprotokoll gegen Ihre Zeichnung vor Serienfreigabe.
- Röntgen- und Farbeindringprüfung nach Vereinbarung, Spektralanalyse je Schmelze.
Typische Einsatzbereiche
- Armaturenkomponenten und Ventilgehäuse
- Pumpenlaufräder und Leitschaufeln
- Komponenten für Lebensmittel- und Pharmatechnik
- Bauteile für die Verfahrenstechnik
- Turbinen- und Verdichterkomponenten
- Komplexe Halterungen und Hebel
Häufige Fragen
Ab welcher Stückzahl lohnt sich Feinguss?
Meist ab einigen hundert Stück pro Jahr, weil die Wachsspritzform als Werkzeug finanziert werden muss. Bei komplexen Teilen, die sonst aufwendig zerspant würden, rechnet sich das Verfahren aber teilweise schon bei deutlich kleineren Serien.
Welche Toleranzen erreicht Feinguss?
Typisch CT5 bis CT7 nach ISO 8062, was für viele Funktionsflächen bereits ausreicht. Passungen und Dichtflächen werden dennoch spanend fertigbearbeitet – der Aufwand ist aber ein Bruchteil dessen, was Sandguss erfordern würde.
Wie dünn dürfen die Wände sein?
Ab etwa 3 mm im Serienfall; dünnere Bereiche sind je nach Werkstoff, Fliessweg und Bauteilgrösse möglich. Bei dünnwandigen Geometrien prüfen wir die Formfüllung vorab.
Wem gehört die Wachsspritzform?
Vom Kunden bezahlte Werkzeuge bleiben Eigentum des Kunden. Standort und Zustand werden dokumentiert; auf Wunsch geben wir das Werkzeug heraus.
Feinguss oder Sandguss – was passt zu meinem Teil?
Feinguss bei kleineren, komplexen Teilen mit engen Toleranzen und glatter Oberfläche. Sandguss bei grossen Bauteilen, dicken Wänden und kleinen Stückzahlen. Wir vergleichen beide Varianten inklusive Zerspanungsaufwand im Angebot.
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