Ringwalzen ist das wirtschaftlichste Verfahren für rotationssymmetrische Ringe ab etwa 300 mm Durchmesser. Ein gelochter Rohling wird zwischen Haupt- und Dornwalze schrittweise im Durchmesser aufgeweitet, während die Wanddicke abnimmt. Dabei orientiert sich der Faserverlauf tangential – genau in Richtung der späteren Umfangsspannung. Ein nahtlos gewalzter Ring ist deshalb belastbarer als ein aus dem Vollen gedrehter oder ein geschweisster Ring.

INTEG liefert Schmiederinge mit Aussendurchmessern von 300 bis 6 000 mm und Stückgewichten von 20 kg bis 25 Tonnen. Kleinere Losgrössen und Einzelstücke sind ausdrücklich möglich, da beim Ringwalzen keine bauteilspezifischen Werkzeuge nötig sind. Rechteckquerschnitte fertigen wir standardmässig, profilierte Ringe mit konturiertem Querschnitt auf Anfrage.

Technische Daten

Aussendurchmesser300 – 6 000 mm
Höhe50 – 1 500 mm
Wanddicke30 – 500 mm
Stückgewicht20 kg – 25 t
VerfahrenRingwalzen (nahtlos), gelochte Freiformringe
Querschnittrechteckig; profiliert auf Anfrage
PrüfungUT nach EN 10228-3, MT nach EN 10228-1, mechanische Kennwerte

Die Angaben sind typische Fertigungsbereiche unseres Lieferantennetzwerks. Grössere Abmessungen und Sonderwerkstoffe auf Anfrage – senden Sie uns Ihre Zeichnung.

Werkstoffe

  • P355NH (1.0565)
  • 16Mo3 (1.5415)
  • 42CrMo4 (1.7225)
  • 34CrNiMo6 (1.6582)
  • 1.4541 / 321
  • 1.4462 Duplex

Vollständige Werkstoffliste ansehen

Fertigung und Qualitätssicherung

  • Lochen und Aufweiten des Rohlings, anschliessend Ringwalzen auf Endkontur mit tangentialem Faserverlauf.
  • Wärmebehandlung im Ganzen – Normalglühen, Vergüten oder Lösungsglühen je nach Werkstoff und Einsatzfall.
  • Ultraschallprüfung nach EN 10228-3 über den gesamten Querschnitt; Magnetpulver- oder Farbeindringprüfung der Oberflächen.
  • Mechanische Kennwerte am mitgeschmiedeten Probenring, bei Bedarf in Umfangs- und Radialrichtung geprüft.
  • Bearbeitung von der Schruppkontur bis zum fertig gedrehten Ring mit Lagersitzen und Bohrbild.

Typische Einsatzbereiche

  • Lagerringe und Laufringe für Grosswälzlager
  • Turbinen- und Generatorringe
  • Flanschringe für Druckbehälter
  • Ringe für Windenergieanlagen
  • Zahnkranzrohlinge und Drehkranzringe
  • Rohrverbindungen im Pipelinebau

Häufige Fragen

Was ist der Vorteil eines nahtlos gewalzten Rings?

Der Faserverlauf folgt dem Umfang und damit der Hauptbelastungsrichtung. Es gibt keine Schweissnaht als Schwachstelle und keine unterbrochenen Fasern wie beim Ausdrehen aus dem Vollen. Ausserdem sinkt der Materialeinsatz erheblich – beim Ausdrehen wird der gesamte Innenbereich zerspant.

Ab welcher Stückzahl ist Ringwalzen wirtschaftlich?

Bereits ab Stückzahl 1. Ringwalzen benötigt keine bauteilspezifischen Werkzeuge, deshalb entstehen keine Werkzeugkosten. Das macht das Verfahren auch für Einzelanfertigungen und Ersatzteile attraktiv.

Welche Toleranzen erreichen gewalzte Ringe?

Im gewalzten Zustand liegen die Masse je nach Grösse im Bereich weniger Millimeter Aufmass. Für Lagersitze und Dichtflächen liefern wir die Ringe vorbearbeitet oder fertig bearbeitet mit den in der Zeichnung geforderten Toleranzen.

Sind auch profilierte Ringquerschnitte möglich?

Ja, mit konturierten Walzwerkzeugen lassen sich L-, T- und andere Profilquerschnitte walzen. Das spart Zerspanung, erfordert aber ein Profilwerkzeug – ab mittleren Stückzahlen rechnet sich das schnell.

Wie lange dauert die Lieferung von Schmiederingen?

Vorbearbeitet typisch 6 bis 8 Wochen ab Freigabe. Grosse Ringe über 4 Tonnen liegen bei 12 bis 14 Wochen. Für wiederkehrende Ringe vereinbaren wir Rahmenverträge mit Abrufen und verkürzen die Lieferzeit deutlich.

Schmiederinge anfragen

Senden Sie uns Ihre Zeichnung oder Spezifikation. Sie erhalten eine Rückmeldung zu Machbarkeit, Werkstoffvorschlag und Richtpreis – von Ingenieuren, nicht von einem Callcenter.

Anfrage senden
Kontakt