Eine Schmiedewelle überträgt Drehmoment unter wechselnder Last – die kritischste Beanspruchung, die ein Bauteil erfahren kann. Beim Schmieden wird das Vormaterial gestaucht und gereckt, sodass der Faserverlauf längs der Wellenachse ausgerichtet bleibt. Diese Faserorientierung ist der Grund für die hohe Dauerfestigkeit geschmiedeter Wellen gegenüber Bauteilen aus Vollmaterial oder Guss.

Wir liefern Antriebswellen, Rotorwellen, Kurbelwellen und Getriebewellen von 20 kg bis 40 Tonnen und bis 12 000 mm Länge. Je nach Anforderung als geschruppte Rohwelle für Ihre eigene Fertigung oder komplett bearbeitet inklusive Passungen, Nuten, Verzahnung und Wuchtung. Die Ultraschallprüfung erfolgt standardmässig nach EN 10228-3.

Technische Daten

Stückgewicht20 kg – 40 t
Längebis 12 000 mm
Durchmesser80 – 1 200 mm
VerfahrenFreiformschmieden (gestaucht und gereckt)
Umformgradtypisch 4:1 bis 6:1
Bearbeitunggeschruppt, vorgedreht oder einbaufertig inkl. Wuchtung
PrüfungUT nach EN 10228-3, MT nach EN 10228-1, mechanische Prüfung

Die Angaben sind typische Fertigungsbereiche unseres Lieferantennetzwerks. Grössere Abmessungen und Sonderwerkstoffe auf Anfrage – senden Sie uns Ihre Zeichnung.

Werkstoffe

  • C45 (1.0503)
  • 42CrMo4 (1.7225)
  • 34CrNiMo6 (1.6582)
  • 30CrNiMo8 (1.6580)
  • 1.4021 / 420
  • 1.4462 Duplex

Vollständige Werkstoffliste ansehen

Fertigung und Qualitätssicherung

  • Vormaterial als Ingot oder Stranggussblock, Schmelzanalyse vor Fertigungsbeginn dokumentiert.
  • Stauchen und Recken mit definiertem Umformgrad – bei Wellen entscheidend für die Kernqualität.
  • Vergüten auf die vereinbarte Festigkeitsklasse, Kennwerte am mitgeschmiedeten Probenmaterial nachgewiesen.
  • Ultraschallprüfung nach EN 10228-3 über die gesamte Wellenlänge; Zulässigkeitsklasse nach Vereinbarung.
  • Endbearbeitung mit Passungen, Passfedernuten und Wuchtung auf Wunsch – Sie erhalten die Welle einbaufertig.

Typische Einsatzbereiche

  • Antriebswellen im Maschinen- und Getriebebau
  • Rotorwellen für Generatoren und Turbinen
  • Kurbelwellen für Grossmotoren und Kompressoren
  • Extruderwellen und Schneckenwellen
  • Walzenzapfen und Trommelwellen
  • Schiffs- und Propellerwellen

Häufige Fragen

Bis zu welcher Länge können Schmiedewellen gefertigt werden?

Bis 12 000 mm in einem Stück, bei Durchmessern von 80 bis 1 200 mm. Längere Wellen realisieren wir über Schweisskonstruktionen oder Flanschverbindungen – die Machbarkeit klären wir anhand Ihrer Zeichnung.

Welcher Werkstoff eignet sich für Antriebswellen?

Für die meisten Antriebswellen ist 42CrMo4 im vergüteten Zustand die wirtschaftlichste Wahl. Bei höheren Beanspruchungen oder grossen Querschnitten setzen wir 34CrNiMo6 oder 30CrNiMo8 ein, im korrosiven Umfeld nichtrostende Stähle wie 1.4021 oder Duplex 1.4462.

Wird die Welle geprüft und dokumentiert?

Ja. Standard ist die Ultraschallprüfung nach EN 10228-3 über die gesamte Länge, ergänzt um Magnetpulverprüfung der bearbeiteten Flächen sowie Zug-, Kerbschlag- und Härteprüfung. Alle Ergebnisse gehen in das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 ein.

Liefern Sie einbaufertig oder als Rohteil?

Beides. Viele Kunden bestellen geschruppte Rohwellen und führen die Endbearbeitung selbst aus. Ebenso liefern wir komplett bearbeitete Wellen mit Passungen, Nuten, Verzahnung und Wuchtprotokoll.

Wie lange dauert die Fertigung einer Schmiedewelle?

Vorbearbeitet typisch 10 bis 12 Wochen ab Freigabe. Bei grossen Wellen mit umfangreicher Prüfung und Endbearbeitung entsprechend länger. Ist der Werkstoff bei uns am Lager – etwa 42CrMo4 oder ein gängiger Kohlenstoffstahl –, verkürzt sich die Lieferzeit.

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